Es ist gesagt worden, dass Dichter schreiben nur das, was sie wissen, unter bestimmten Umständen. Im Falle von May Ayim, würde ich sagen, dass ihre Gründe relativ klar sind; sie kämpft gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Durch ihre Gedichte werden ihre Ziele realisiert, dass Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ausradiert sollen. Sie benutzt ihre Gedichte und bestimmte Elemente darin (z.B. Musik und Lyrik, die Kombination der Sprache und die Verurteilung des Rassismus, etc.), um dieses Ziel anzustreben. In einem Gedicht namens „blues in schwarz weiss“ kann man viele dieser Themen sehen. Durch eine Deutung des Gedichts, kann man verstehen, dass sie stark gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit kämpft.

Ein interessanter Punkt, mit dem die Deutung des Gedichts namens „blues in schwarz weiss“ begonnen werden kann, besteht im Titel. Das Gedicht beruft sich auf ein Gefühl, das mit Musik und Lyrik verbunden ist und ein Gefühl, das Rassismus verurteilt; der Titel enthält diese Punkte. Zum Beispiel, „blues“ ist ein englisches Wort, das scheint „blau“ zu bedeuten, aber es kann eigentlich durch „schwermütiges Lied der Afro-Amerikaner“ definiert werden. Das Wort beruft sich offenbar auf Musik, aber auch auf ein Gefühl, melancholisch zu sein. Nebenbei gibt es noch eine Idee, die sich durch den Gebrauch der beiden Sprache zeigt. Dass die Autorin Deutsch und Englisch kombiniert hat, zeigt eine Abtrennung zwischen Kulturen. Diese Idee, Abtrennung und Opposition zwischen Kulturen, wird durch die nächsten Wörter beispielhaft erläutert: „schwarz weiss“. Die Autorin benutzt den Titel, um die Stimmung des Gedichts zu bestimmen und das Gedicht erklärt die Trennung der Welt durch diese Wörter.

Die Autorin benutzt oft „blues“, um ein Gefühl des Abschied zu zeigen. „schwarz weiß“ wird benutzt, um eine Trennung, die in der Welt steht, zu beleuchten. Die zweite Strophe ist ein gutes Beispiel: “es ist ein blues in schwarz-weiß / 1/3 der Welt / zertanzt / die anderen / 2/3 /sie feiern in weiß / wir trauern in schwarz / es ist ein / blues in schwarz-weiß / es ist ein blues“. Zuerst gibt es das Thema und Wörter, die im Titel vorgestellt wurden. Danach teilt die Autorin die Welt in Bruchrechnung („1/3 der Welt“). Dieses mathematische Beispiel gründet Ayims Metaphorik in Wirklichkeit; man kann sich so vorstellen, dass die Welt so geteilt wäre. Das nächste Wort finde ich sehr interessant: „zertanzt“. Es ist offenbar das Präsens des Verbs „tanzen“ (das eine feierliche Stimmung anstimmt) mit dem Präfix „zer-“. Dass die Autorin das Verb mit „zer-“ vorangestellt hat, zeigt das Thema wieder, dass die Autorin durch ihre Gedichte Rassismus verurteilt. Das Präfix bringt eine bestimmte Negativität mit, dass, was sie (das Drittel der Welt) machen, etwas bedauerlich ist, ob sie darüber bewusst sind oder nicht. Diese Sätze stehen in Opposition zu die nächsten, „die anderen / 2/3“. Es ist auch interessant, dass May Ayim „die anderen“ so abgetrennt hat. Sie sagt, „sie feiern in weiß / wir trauern in schwarz“; man kann 2/3 der Welt als Minderheit sehen. Sie impliziert, dass die Mehrheit aus „weiß“ besteht. Sie impliziert auch die Macht der Mehrheit und wie diese Macht die Minderheit unterdrückt. Die Autorin assoziiert sich mit „die anderen“, und deswegen würde ich sagen, dass sie befangen ist. Obwohl ich so denke, erkenne ich auch die Wirkung ihrer nächsten Wörter „wir trauern in schwarz“. Damit bringt sie Bilder, die so genau sind, sie können nicht ignoriert werden. Sie benutzt „schwarz“ hier wie es in anderen Wörtern benutzt wird (z.B. „Schwarzfahrer“, „Schwarzmarkt“ und „Schwarzöl“), Solche Wörter werden oft mit Illegalität oder Amoralität assoziiert. Sie beendet die Strophe mit der Musik und Rhythmus des Beginns („es ist ein blues“, zweimal wiederholt), um ihre Punkte anzustreben, aber der Rhythmus erleichtert es, Abschluss zu finden.

Die vorletzte Strophe handelt von den gleichen Ideen. Die Autorin verdammt das Drittel der Welt: „1/3 der Welt vereinigt sich / gegen die anderen 2/3 / im Rhythmus von Rassismus, Sexismus und Antisemitismus“. Ihre Intentionen hier sind klar. Mit dem Wort „Rhythmus“ beruft sie sich wieder auf Musik und „blues“. Was sie am nächsten sagt ist klarer, „wollen sie uns isolieren unsere Geschichte ausradieren / oder bis zur Unkenntlichkeit / mystifizieren“. Die Position der Autorin ist klar; sie verdammt es, dass Leute sich so benehmen, dass sie Rassismus, Sexismus, etc. benutzen und akzeptieren. Am Ende benutzt sie wieder „es ist ein blues in schwarz-weiß / es ist ein blues“. Ich erkenne ihre Überzeugungen und Anstrengung. Die letzte Strophe erklärt: „doch wir wissen bescheid – wir wissen bescheid / 1/3 der Menschheit feiert in weiß / 2/3 der Menschheit macht nicht mit“. Dieses Zitat dient als Beispiel für das Gefühl der Verurteilung und ein Gefühl der Zwecklosigkeit. Es ist, als ob sie fragt, „Außer Gedichte, was kann man gegen Rassismus tun?“ Deshalb ist das Gedicht so geschrieben (melancholisch, so zu sagen), dass die Autorin es ein „blues“ genannt hat.

May Ayim hat einen „blues“, der auf das Gefühl, melancholisch zu sein, beruft, geschrieben. Durch diese Metapher kann die Autorin wirklich erklären, wie sie dagegen kämpft. Durch die Bilder der Musik und des Rhythmus, realisiert der Leser das Verharren der Autorin. Leider realisiert der Leser auch das Verharren des Rassismus. Endlich realisiert der Leser, warum May Ayim dieses Gedichte so geschrieben hat. Es ist gesagt worden, dass Dichter schreiben nur das, was sie wissen, unter bestimmten Umständen; Ayim ist nicht anders. May Ayim kennt Rassismus, kämpft dagegen, und benutzt ihre Gedichte, um solche Ziele anzustreben.

Leben ist das, was passiert, wenn du gerade andere Pläne schmiedest.

Es war, als hätt’ der Himmel
die Erde still geküßt,
daß sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande.
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Einmal sagte ich, dass ich mein Land liebte. Es schien, dass ich genau das Richtige gemacht habe, weil ich alle deutschen Sachen liebte. Ich sprach meine deutsche Sprache gern, und ich liebte die Autos, die so schnell fuhren. Ich liebte auch den Wald, der immer meine Geheimnisse verbarg. Obwohl ich nur ein Kind war, war ich durch und durch deutsch; ich war stolz darauf. Ich kann mich nicht gut erinnern, woraus meine Kindheit bestand. War ich naiv, oder habe ich mich verleiten lassen? Ich kann diese Frage nicht beantworten. Ich kann mich nur erinnern, dass die Nazis eines Tages kamen. Dann ging alles schief.

Ich wuchs in Nazideutschland auf, und ich bin am 7. Dezember 1927 in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands geboren. Ich erinnere mich, wie viele Bäume es in Berlin gab. Leute nannten Berlin die Stadt der Bäume, und ich genoss es im Wald zu wohnen. Ich erinnere mich an den Reichstag, den Potsdamer Platz, das Schloss Charlottenburger, und so weiter. Ich wohnte im Kulturzentrum der Welt! Mein Leben in Berlin war weder zu gemütlich noch zu ungemütlich. Ich hatte alles, das ich brauchte, aber das Leben war nie langweilig. Manchmal war ich nicht so glücklich, aber niemand ist immer glücklich. Ich hatte meine Familie, die Schule, und genug Essen. Braucht ein Kind sonst noch etwas?

Meine Familie war mir sehr wichtig. Mein Vater war Geschäftsmann in einer großen Firma. Er reiste oft, aber er hatte immer Zeit, mit mir und meinen Geschwistern zu spielen. Meine Mutter war Lehrerin und sagte, dass wir immer sehr fleißig sein müssen. Mein Brüder und meine Schwester waren mit mir in der Schule, die wie andere Schulen war-wir hörten zu viel und lernten nichts. Als ich sehr klein war, sagte ich „Guten Morgen, Frau Möller“ oder so ähnlich. Eines Tags kam ein Mann, der sagte, dass wir unsere Lehrerin mit „Heil Hitler“ grüßen sollen. Das war der erste Anzeichnen, dass etwas Ungerechtes passierte.

1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. 1939 drang Deutschland in Polen ein, und so begann der Zweite Weltkrieg. Was mit „Heil Hitler“ begann, wurde Rassismus. Ich sah überall Nazipropaganda: Plakate mit begeisternden Wörtern, Filme und Bücher, die mir sagten, meine Welt zu säubern, und natürlich das Hakenkreuz. Zuerst war ich sehr stolz darauf, ein Hakenkreuz zu sehen oder zu tragen. Er war echt toll. Später begriff ich, dass das Hakenkreuz nur die Schuld meines Landes und das Leiden der Juden verkörperte. Es war schwer mit Bomben und Waffen zu leben, aber ich lebte. Andere Leute hatten nicht so viel Glück.

Ich hatte einen Freund, der Franz hieß. Ich weiß, dass jeder einen Freund hat, der im Krieg ermordet wurde, aber Franz war mir sehr wichtig. Wir spielten oft miteinander als wir sehr klein waren. Wir teilten unsere Spielsachen und hatten viel Spaß. Als wir älter waren, arbeiteten wir zusammen, und gingen zusammen in die Schule. Wir forderte die Frauen zum Tanz auf, und tranken Bier in der Kneipe, wenn die Frauen ablehnten. Er war mein bester Freund, und er wurde erschossen. Franz und viele andere Leute starben, und ich erlebte alles. Danach wählte ich nie wieder Rot als meine Lieblingsfarbe.

1945 wurde der Krieg beendet. Es war für Deutschland eine bedingungslose Kapitulation, aber es war ein Sieg für mich. Während des Krieges konnte ich nicht die Universität besuchen oder arbeiten, weil ich wie ein Sympathisant ausgesehen hatte. Deshalb konnte ich gar nichts kaufen, weil ich keine Arbeit hatte. Es gab nicht so viel zu essen, aber in meiner Freizeit las ich oft und spielte Klavier. Nach dem Krieg durfte ich wieder machen, was ich wollte. Ich war frei! Wenn ich auf die Vergangenheit zurückblicke, weiß ich nicht, wie ich bewältigte. Es war sehr schwer, aber ich weiß, dass ich einmal mein Land liebte. Obwohl ich einmal gesagt hatte, „Deutschland, ich hasse dich“, würde ich das jetzt nicht mehr sagen. Leute bestehen nicht aus ihren Fehlern, und Deutschland ist immer noch schön und wunderbar. Ich denke, dass ich nicht naiv war. Ich lernte, dass wir nicht schuldbeladen sein müssen. Alles war vorbei.